A Digital Twist Berlin: 21/02/08, performed at Wilde Gallery, Berlin.

Im Sommer 2006 wurde ein Amerikaner verhaftet, weil er nackt unter den Linden herumlief. Offensichtlich ist selbst auf den Straßen Berlins der Anblick eines entblößten Menschen derart inakzeptabel, dass die Polizei einschreiten muss. Dabei haben gerade die Berliner traditionell ein offenes Verhältnis zur Nacktheit, das in dieser Art im größten Teil der Welt nur schwer zu finden ist.

Was aber, wenn der nackte Körper von einem Künstler genutzt wird, um zu necken, herauszufordern und zu provozieren? Die Aufregung dürfte sich in Grenzen halten und die Polizei ruft sicher niemand. Gibt es also eine Norm, die bestimmt, wann und wo man nackt sein darf und wann nicht?

In der Performance „Digital Twist“ nutzt Zits nackte Körper als Pinsel. Johannes Zits und vier weitere Personen spielen unbekleidet eine Partie Twister. Bis auf den Künstler werden alle von Kopf bis Fuß in unterschiedlichen Farben mit Körperfarbe angemalt. Zits Körper wird zur Leinwand und die Körper der anderen Spieler zu Pinseln. Im Laufe des Spiels überträgt jeder Spieler durch die zahlreichen körperlichen Berührungen Teile seiner Farbe auf Zits, der so, ursprünglich unbemalt, am Ende bemalt ist.